Melodien meines Lebens

Borkum Sonnenuntergang Schiff Abendrot Nordsee

Ihr Lieben,

kennt ihr das, ihr hört einen Song und sofort tauchen Erinnerungen auf, die mit dieser Melodie eng verbunden sind?! Durch den Beitrag von Nika habe ich mir darüber einige Gedanken gemacht, welche Lieder eine besondere Rolle in meinem bisherigen Leben gespielt haben oder immer noch spielen. Das ist schon spannend und teilweise auch gar nicht einfach, da ich nicht zu jedem Song den Titel oder Interpreten kenne, daher kann die nachfolgende Sammlung sicher nicht als vollständig betrachtet werden. Dennoch sind mir einige prägende Momente wieder ins Gedächtnis gerufen worden, als ich wegen der Lieder recherchierte. Generell löst Musik bei mir oft Emotionen aus, ich beschäftige mich gerne mit den Texten und kann darin wunderbar aufgehen. Musik kann für mich entspannend sein oder ein Ventil für überschüssige positive wie negative Energien, die ich dann auch gerne bei einem wilden Tänzchen oder wippend bis trommelnd im Auto rauslassen kann. Oftmals lasse ich es mir auch nicht nehmen, lauthals dazu mitzusingen, egal ob ich die Töne treffe oder nicht. Aber wie heißt es so schön „nobody’s perfect“ 😎

Rückblickend auf meine Kindheit gehört neben der Weihnachtsbäckerei und anderer toller Liedsammlungen von Rolf Zuckowski auf jeden Fall die Schallplatte – ja ich kenne noch das Ding namens Plattenspieler aus der Zeit bevor es die DJ’s für sich entdeckten – mit Weihnachtsliedern wie dem „Holla Pferdchen“ von Ivan Rebroff zu den bedeutsamsten Musikstücken aus dieser Zeit. So war es für mich zusammen mit meinem Vater Tradition in der Adventszeit diese Musik am Abend oder am Wochenende aufzulegen, auch der Tannenbaum wurde meist bei diesen Melodien geschmückt. Bei Schallplatte und später Kassette war es allerdings schwierig, meinen Lieblingssong genau anzuspielen, somit kannte ich irgendwann auch das Lied davor und dahinter nahezu auswendig.

Wovon meine Mutter immer mal wieder spricht ist die Kassette mit dem „Gold“-Album von Abba, die ich Ende der 80er auf unsere erste Urlaubsreise nach Italien nahezu endlos im Auto gehört habe. Danach kannte ich alle Lieder nahezu auswendig und auf jeder folgenden längeren Autofahrt habe ich dann zeitweise mitgesungen oder Teile wie „aha – aha“ aus dem Song „Voulez-vous“ mitvertont. Sie weiß heute noch welch eine Freude das gewesen ist 😉 Seitdem bin ich ein großer ABBA-Fan, hatte zeitweise „Mamma Mia“ als Klingelton, habe das Musical inzwischen schon zweimal gesehen und bei jedem Singstar-Abend haben sich die Freundinnen irgendwann bereit erklärt mir diesen Wunsch zu erfüllen. Hin und wieder habe ich auch nur für mich die Songs gesungen, weil es einfach so viele schöne Erinnerungen weckte.

Dann gab es da eine Kassette – ja so alt bin ich schon – mit verschiedenen Liedern für Kinder und Jugendliche, die ich nicht genau benennen kann. Vermutlich eine Hitparade aus Anfang der neunziger Jahre. Mein Lieblingslied habe ich kürzlich durch Zufall in einem anderen Zusammenhang gehört, nachdem ich zuvor schon häufiger nach Anhaltspunkten für Titel oder Interpret gesucht hatte. Das Lied ist von Nick Kamen und heißt „I promised myself“. Kann mich noch gut erinnern, wie ich in meinem Zimmer auf dem Boden saß und der Musik gelauscht oder mitgesungen habe.

Meine erste CD bekam ich zu Weihnachten von meiner Schwester, es war das Best of von 1994 mit „Cotton Eye Joe“ von Rednex und „Mädchen“ von Lucilectric. Dann gab es da kurze Zeit später noch einen Sampler mit dem Song „Captain Jack“ der gleichnamigen Band. Bei diesen Songs kann ich heute noch ausflippen, wenn ich sie irgendwo höre und es ist mir auch überhaupt nicht peinlich. So haben der Liebste und ich kürzlich spontan mit dieser Musik einen Nostalgieabend verbracht, als ich für diesen Post recherchierte. Ist schon schön, wenn man in etwa zur gleichen Zeit aufgewachsen ist, da ist quasi jeder Song eine Geschichte wert.

Wer in den Neunziger seine Jugend verbracht hat, weiß dass dies auch die Zeit der Boybands war. Take That haben sich aufgelöst als ich gerade anfing, Popmusik zu hören. Daher hatte ich eher zu den anderen „Großen“ dieser Zeit wie Backstreet Boys, N’Sync und Caught in the Act einen Bezug. Entgegen der Mehrheit der Mädels in meiner Klasse schwärmte ich für Lee von Caught in the Act statt für Nick, Brian oder Justin. Das war in der Pubertät nicht gerade leicht, gegen den Strom zu schwimmen, aber rückblickend war es eine wertvolle Erfahrung. Leider ist einem das erst hinterher bewusst, wenn schon viele Tränen geflossen sind.

Kurz nach dem Millenium, dass ja gar nicht so apokalyptisch verlief, wie damals befürchtet, machte ich mein Abitur. Als Song für unsere Feier wurde „One Moment in time“ von uns Schülern ausgewählt, der Raum wurde dabei abgedunkelt, wir hielten alle Knicklichter in den Händen und verabschiedeten uns von diesem Lebensabschnitt. Das erinnert mich wieder daran, dass ich noch mal das Video von der Feier schauen wollte, um mich noch besser zu erinnern. Passender hätten wir das Lied nicht auswählen können, schließlich hieß es von da an sich seinen Weg im Leben zu suchen und ihn zu beschreiten, in dieser Konstellation würden wir auch nicht mehr zusammen kommen. Das hat unser zehnjähriges Nachtreffen im letzten Jahr bewiesen.

Die Zeit danach war abgesehen von den jeweils aktuellen Charthits geprägt von den sommerlichen Hits, die meine Freundin und ich in unseren zahlreichen gemeinsamen Urlauben beim ausgiebigen Feiern genossen haben. Besonders hervorzuheben wäre da „Single Ladies“ von Beyoncé und „Hotel Room Service“ von Pitbull. Neben diesen fröhlichen Erinnerungen weiß ich, dass ich in Phasen von Liebeskummer häufig Sinead O’Connor „Nothing Compares 2 U“ oder „Unbreak my heart“ von Toni Braxton gehört habe. Schon damals half mir Musik Emotionen zuzulassen, um sie dann zu verarbeiten.

Der Liebste und ich verbinden mit dem Beginn unserer Beziehung vor vier Jahren nicht direkt ein bestimmtes Lied, aber an dem Abend sahen wir „Fast & Furious 5“ mit dem Abschluss „Danza Kuduro“ von Don Omar. Der Song lief schon vorherigen Urlaub mit meiner Freundin in den Clubs rauf und runter, somit gehört er auf jeden Fall in diese Liste. In der Zeit danach begann ich eine Musikrichtung kennen und lieben zu lernen, die ich zuvor immer weit von mir gewiesen hatte: den Metal. Inzwischen war ich schon auf einigen Konzerten und zähle Bands wie Megaherz und Five Finger Death Punch zu meinen Favoriten. Von letzteren war auch der erste Song, den mir der Liebste seinerzeit vorstellte, das einzige „Liebeslied“, das er kenne, so seine Worte. Naja „the bleeding“ handelt eher von einer Trennung, aber er ist sehr emotional trotz der musikalischen Härte zwischendrin, sodass ich ihn hier zum Abschluss mit aufnehme.

Alles in allem stelle ich fest, dass in den dreißig Jahren schon eine Menge Musik an meine Ohren gedrungen ist, die mich und mein Leben geprägt hat. Nun interessiert mich natürlich sehr, ob es euch da ähnlich geht. Ich freu mich schon davon in den Kommentaren zu hören. Kann euch nur empfehlen, in dieser Hinsicht in eurer Erinnerung zu kramen, das ist spannend, was da so alles zu Tage gefördert wird.

Ich genieße jetzt noch den goldenen Herbst, der uns gerade geschenkt wird. Zeitgleich beginne ich die Vorbereitungen bei Deko und Gebäck für die bevorstehende Adventszeit, schließlich steht der Spekulatius schon seit zwei Monaten im Geschäft. Wäre doch eine Schande, ihn da so einfach verkommen zu lassen?! 😉

Viele liebe Grüße, Silke

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