Radeln im Pott – Teil 4: der Tetraeder in Bottrop

Ihr Lieben,

wie ihr schon durch die Reihe „Radeln im Pott“ erfahren habt, entdecken der Liebste und ich aktuell die Sehenswürdigkeiten der Region per Rad. Die meisten davon habe ich bisher auch nicht per Auto oder zu Fuß besucht, daher wird es höchste Zeit, das Repertoire ein wenig aufzustocken. Wie könnte ich sonst so von meiner Heimat schwärmen, wenn ich die größten Touri-Punkte nicht selbst gesehen habe. Oftmals ist es das Nächstgelegene, das einem nicht in den Sinn kommt und man lieber wer weiß wie weit weg fährt. Ihr wisst sicher, was ich meine. Doch dank der neu entdeckten Freude am Fahrradfahren ist das ja gut miteinander zu verbinden. So waren wir kürzlich an einem Mittwochabend nach dem Essen noch beim Tiger&Turtle in Duisburg bei Dämmerung, nur mit dem Fotoergebnis bin ich nicht so zufrieden, das ich sie zeigen möchte. Die Geschichte von unserer Tour zum Geleucht habe ich euch ja bereits erzählt. Heute möchte ich euch den Tetraeder in Bottrop wärmstens empfehlen, diesen haben wir Ende Juli an einem Sonntagnachmittag besucht. Hier eine Übersicht unserer Tour:

Tetraeder Bottrop, Radtour, Mülheim
Der Sonntag bot sich an diesem Wochenende an, da es nach einigen Tagen Regen endlich wieder trocken und etwas sonnig zu werden schien. Wie sonnig, sollte sich später noch herausstellen. Wir waren insgesamt von Mittag bis in den frühen Abend hinein etwa 3-4 Stunden unterwegs, hatten vorsichtshalber lange Hose und Jacke dabei, doch im Nachhinein wäre kürzere Kleidung sinnvoller gewesen. Von Mülheim aus ging es zunächst Richtung Centro und dann weiter durch Oberhausen, teilweise unterhalb der A 42. Dabei sind wir das auf dieses Gebäude gestoßen, ein Relikt aus früheren Tagen:

Verkaufsanstalt gute Hoffnungshütte, Oberhausen, altes Gebäude
Es ist schön zu sehen, das manche Gebäude aus dieser Zeit noch zu gut erhalten sind. Außerdem war es eine gute Gelegenheit im Schatten ein Päuschen zu machen und weitere Erfahrung mit der Kamera zu sammeln. Denn es war auf der Tour wärmer als ursprünglich gedacht. Weiter ging es entlang der A42 und vorbei an der Burg Vondern, die ich bisher gar nicht kannte:

Burg Vondern, Oberhausen, A 42
Hier hatte an dem gleichen Wochenende ein mittelalterliches Fest stattgefunden, wie ich dank Internet herausfand und man kann die Räumlichkeiten der Burg inklusive Innenhof auch mieten. Keine schlechte Location für eine Party, weit und breit keine Anwohner, die sich gestört fühlen könnten und ausreichend Parkplätze an der Straße vor der Einfahrt. Werde ich mir merken, falls irgendwann eine größere Feier ansteht. Nach einiger Zeit des Radelns konnten wir unser Ziel dann schon hoch oben auf dem Berg entdecken, dennoch war es noch ein ganzes Stück zu radeln, bis wir endlich am Ziel waren:

Tetraeder, Bottrop
Am Fuße des Berges standen wir vor der Wahl, entweder den geschlungenen breiten Weg mit dem Rad nach oben zu meistern oder die Räder abzustellen, um über eine Vielzahl kleiner Stufen den Berg zu erklimmen. Da der Liebste anschließend den Berg mit dem Rad runter rollen wollte, nahmen wir den anstrengenden Aufstieg in Kauf. Also krämpelte ich zwischenzeitlich meine Hose hoch, um etwas Abkühlung zu bekommen, denn die Sonne brannte inzwischen vom Himmel, das hatte ich so nicht erwartet. Bei etwa 2 Drittel des Weges legten wir eine Pause ein, um wieder Kraft zu sammeln für das letzte Stück und irgendwie schafften wir es schließlich bis ganz nach oben:

Tetraeder, Bottrop
Für dieses traumhafte Bild mit einem großartigen Himmel im Hintergrund hat sich die Anstrengung aber wirklich gelohnt. Zur Abkühlung wehte dort oben auch ein angenehmer Wind, sodass die Strapazen recht schnell vergessen waren. Wenn ich nun schon einmal dort hinaufgekraxelt bin, möchte ich auch die Aussicht genießen. So stiegen wir Ebene für Ebene nach oben, um schöne Luftaufnahmen vom Ruhrgebiet zu machen. Leider bin ich mit meiner Kamera bei greller Mittagssonne noch nicht gut genug vertraut, um viele schöne Bilder zu machen. Die meisten waren ziemlich stark überbelichtet, sodass ich euch nur eins als Beweis hier zeigen möchte:

Tetraeder_4
Inzwischen macht mir die Höhe glücklicherweise nicht mehr so viel aus, sodass ich diesen Ausblick genießen konnte. Nach dieser Pause stellten wir kurz die Überlegung an, zum Abendessen das „Woodpeckers“ in Bottrop direkt mit dem Rad anzusteuern, entschlossen uns dann aber (glücklicherweise) für den Heimweg und die Autofahrt zum Abendessen. Denn nach einem kurzem Boxenstopp an einer Tankstelle – ist schon etwas befremdlich mit dem Fahrrad an der Tanke zu halten – zogen immer mehr Wolken auf und als wir wieder am Centro vorbeikamen war es schon recht frisch geworden und ziemlich grau am Himmel. Ziemlich erschöpft kamen wir dann knapp vor einem heftigen Regenschauer zuhause an, da hatten wir richtig Schwein, sonst wären wir völlig durchnässt worden. Kommen schließlich auch trockenen Fußes hin und zurück zum Auto, sitzen im Woopeckers draußen unter einem großen Sonnenschirm und sehen dem teils kräftigen Regenschauer zu. Essen sehr leckere Burger und ich trinke einen Kakao mit kleinen Marshmallows zum aufwärmen – mega gut, muss ich mir zuhause auch mal machen. Beobachten von unserem trockenen Plätzchen aus drei Enten, die den Autos und Motorrädern die Zufahrt zum Parkplatz erschweren  und von dem Drumherum sowie dem Regen völlig unbeeindruckt sind. Im Woodpeckers wurden wir von sehr netten Kellnern trotz großem Andrang und längeren Wartezeiten bedient, kann ich nur empfehlen. Besonders wer Motorräder mag ist dort gut aufgehoben, da man dem Treiben an diesem beliebten Treffpunkt in Ruhe zuschauen kann.

Die Bilanz des Tage ist zum einen, dass wir solch längere Touren demnächst unterteilen sollten, um mehr Pausen zu machen, damit es nicht so erschöpfend ist. Zum Anderen sollte man sich auch bei wechselhaft anmutendem Wetter vor Fahrtantritt eincremen, um keinen Sonnenbrand zu bekommen. Den hatten wir beide uns als Andenken an diesen Tag geholt, was nicht weiter schlimm gewesen wäre, hätte sich das schöne Wetter auch in der kommenden Woche fortgesetzt. Doch am nächsten Tag bei fast schwarzem Himmel in Weltuntergangsstimmung und starkem Regen mit glühendem, dunkelrotem Gesicht im Büro zu sitzen und ständig kopfschüttelnden Kollegen zu begegnen war kein Spaß, dann kann ich euch versichern. Sie konnten das nicht so recht verstehen, für sie war es am Vortag nicht „so“ schön, als das man sich einen solchen Sonnenbrand hätte holen können. Wahrscheinlich waren sie nur neidisch, dass wir die kurze Zeit des Sommerwetters entsprechend genutzt hatten, doch das konnte mein zeitweises Unwohlsein nicht wirklich lindern. Habe den Tag dann irgendwie überstanden und freue mich im Nachhinein über die Bräune, die daraus entstanden ist.

Hoffe ich konnte euch eine weitere Anregung geben, was man im Ruhrgebiet so besichtigen kann. Zwar lädt das Wetter aktuell nicht so recht dazu ein, sich draußen lange aufzuhalten, aber geben wir mal die Hoffnung nicht auf, dass der Herbst auch noch sonnige Seiten hat.

Viele liebe Grüße, Silke

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